Frohe Weihnachten.
Verspätet und umso herzlicher gemeint.
Es ist nun über einen Monat her, dass ich hier etwas gepostet habe, und es mehren sich die berechtigten Beschwerden!
Also nun ein kleines Crossover darüber, wie ich meine Feiertage verbracht habe:
Am 23. haben wir (insg. 9) uns nach Jerusalem der heiligen Stadt aufgemacht.
Wir sind in der Sonne (kalt war es dennoch) durch die Stadt gebummelt und haben uns einige der christlichen Stätten zu Gemüte geführt, die zu Weihnachten zum Bersten überfüllt waren. Wie immer eigentlich... lediglich im christlichen Viertel der Stadt versuchte man mit Plastikweihnachtsmännern den Anschein besinnlicher Ruhe zu erwecken.
Im Hostel haben wir im Gemeinschaftsraum Peter´s (Blog siehe rechts) Geburtstag gefeiert, wo uns ein Ire und ein Amerikaner Gesellschaft leisteten. Der Ami war ganz witzig, hatte er sich mit seinen 21 Jahren eine Auszeit vom Militär genommen, um 1 Jahr in Israel Schafe zu hüten.
Am Morgen des 24 brachen wir dann (natürlich ohne Wegkenntnis) nach Betlehem auf.
Für alle die es nicht wissen:; Betlehem heißt Haus des Brotes und liegt als sehr christliche Stadt direkt an der Grenze Israel-Palästina. Auf der Palästinaseite.
Der Checkpoint war erschreckend groß und erschreckend hässlich, doch die Beamten fanden uns so langweilig, dass nicht nach den Pässen nicht einmal gefragt wurde.
Auch die Mauer, dieses unsägliche Standbild dieses scheinbar ewigen Krieges war mehr als nur bedrückend. Und die vergleiche mit der Mauer der DDR sind passend, eher noch untertrieben.
Doch die Stadt ist der Hammer! Hier mischt sich die arabische Architektur und bunte Bauweise mit der Ordnung touristischer Gebiete. Die Menschen hier sind total weihnachtsversessen:
Aus allen Buden lief Jinglebells in arabpop Versionen, kleine Kinder als Santa Claus verkleidet bevölkerten die Wege, die Straßen mit Girlanden und Kugeln geschmückt und alles hatte was von rheinischem Karneval. Wie der große Zug der palästinensischen Pfadfinder (!), die mit ihrem Instrumenten und Kostümen wie arabische Schützenvereine wirkten. Nur irgendwie hübscher und seriöser.
Und natürlich haben wir die Geburtskirche/ -grotte besucht. Natürlich wurden wir von dem Sicherheitspersonal unwirsch zurechtgewiesen, kein Wunder, ich habe die Grotte auch erfolgreich durch den Ausgang betreten, aber naja.
Doch waren die Menschen hier wirklich sehr freundlich und zuvorkommend.
Gastfreundschaft ist hier ein sehr hoher Wert!
Den Abschluss unseres arabischen Weihachtens bildete der Gottesdienst in der lutheranischen Kirche. Der Gottesdienst wurde in Englisch, Deutsch und Arabisch gehalten, und obwohl wir schmerzende Füße hatten und in der überfüllten Kirche neben dem Orgelspieler auf der Kanzel standen, der übrigens ein mittelschweres Lungenproblem hat, war die Messe definitiv der krönende Abschluss des Tages. Als es dann zu Regnen anfing war die Weihnachtsstimmung perfekt.
Da jetzt der 31. ist, und ihr euch alle betrinken wollt, nur eine letzte Anekdote aus dem Leben an der Levante.
Wie schon erzählt sind vor 2 Monaten 2 weitere Volontärinne zu uns in die WG gezogen. Diese haben uns bereits verlassen, doch haben wir den Abschied (natürlich) gebührend gefeiert. Das Bier und der Arack floss in Strömen in Kehlen und auf den Boden und wir alle hatten ein sehr gutes Feierlevel erreicht, die Musik lief laut und jeder hatte seinen Spaß. Am nächsten Tag mussten wir aber arbeiten und für einige kam dann das böse Erwachen. Zum Beispiel für mich, nicht wegen dem unsäglichem Genuss des Lakritzstange, sondern wegen unserer Wohnung: Das Problem ist nicht was auf dem Balkon passiert ist, oder was mit unserer Toilette angestellt wurde. Nein einer der Gäste hat sich an seine Tage als 14 jähriger erinnert und sich, das Sofa und den Boden vollgekotzt.
„Alkohol. Kenn dein Limit“- Guten Rutsch und frohes neues Jahr!
Euer Johannes
Samstag, 31. Dezember 2011
Dienstag, 29. November 2011
Fear and loathing in RamatHaSharon
Asche auf mein Haupt!
Erst große Versprechungen, diesen Blog nicht verweisen zu lassen, und ihn jede Woche mit frischen Geschichten zu füttern, und dann so etwas: 37 Tage kein Eintrag. Welch Blamage.
Doch genug der Selbstkasteiung, Geschichten möchten erzählt werden.
Am Besten fange ich mit dem Akuten an: Mein Fuß. Dieses unscheinbare stille Körperteil, hat mir seit letzter Woche schwer zu schaffen gemacht: Am Sonntag bin ich mit meinem Fuß umgeknickt, und habe natürlich nichts gemacht. Bin in einer Mischung aus deutscher Tugendhaftigkeit und Schmerzverachtung dann noch zwei Tage zur Arbeit gegangen, bis ich nicht mehr laufen konnte.
Aber das Kfar bekommt regelmäßig Besuch einer Ärztin, die mich dann fachmännisch untersucht hat, und zu dem Schluss kam, dass ein blau angeschwollener Fuß schon schlecht ist, und ich am besten ins Krankenhaus fahre. Aber zum Trost und als erste medizinische Amtshandlung habe ich eine handvoll rosa Schmerzmittel bekommen. Lecker.
Im Hospital habe ich mich mit Zvika, einem unserer Manager getroffen, der mich durch die Heilanstalt geführt hat. Israelische Krankenhäuser wirken wie die Kulissen der US-amerikanischen Serie Scrubs, sind leider nur dreckiger und unübersichtlicher. Aber nette Menschen da, wie der junge Mann der mich mitleidig geröntgt hatte. Mitleid, nicht wegen der Schwellung, sondern wegen der Tatsache, dass ich ein Jahr in Israel lebe. Freiwillig. „Here are no bands, man! We got no festivals. You got the Southside and the Rock am Ring, we have nothing.“
Guter Einwand eigentlich...
Das Ende der Story ist, dass ich 1 Woche krank geschrieben bin und 1130 Schekel zahlen muss. Vorkasse, war ja ein Arbeitsunfall ...
Nach Zahlen und Bandagieren habe ich noch einen Cappuccino spendiert bekommen und mit Zvika eine Van Gogh Ausstellung besucht. Man gönnt sich ja sonst nichts, oder?!?
The fucking ethiopian wedding
Das Highlight dieses Monats war definitiv die Hochzeit, auf der wir von Avram, unseren äthiopischen-jüdischen Arbeitskollegen eingeladen wurden. Zugegen waren rund 200 Gäste, sehr viele davon unsere Arbeitskollegen. Ich muss gar nicht so viel erzählen, die Photos (rechts) sprechen bände. Nach der Trauung, der Stand-Up Show des Rabbis und des Glaszertretens fing der „ernste“ Teil des Abends an: Nun wurde getrunken, gegessen und getanzt zu jüdisch-äthiopischen Elektro. Oder Folk der elektrisch klang.
Aber so eine Hochzeit ist immer sehr teuer für die Familie, bedenkt man, dass das Essen und die Getränke wirklich erste Klasse waren. Man schenkt in Israel also keinen Toaster oder Fußmatten, was in Deutschland ja in Ordnung zu sein scheint, man schenkt Geld, um diese phantastische Feier mitzufinanzieren.
Leider war es mit der Hochzeit so, wie mit allem im Leben, es ist alles immer viel zu schnell vorbei.
Masel Tow!
Kibbuzniks
An dieser Stelle möchte ich dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Finanzierung des Seminars über „Die Rolle der Religionen im israelisch-palästinensischen Konflikt“danken. Denn dieses Seminar im Kibbuz Nachsholim in der Nähe von Haifa war mehr als genial! Das Programm war buntgemischt, wir haben einen Rabbi, einen Imamen und den ehemaligen Bürgermeisters eines Dorfes, das in Israel – Palästina geteilt wurde besucht. Haben uns mit der israelischen Staatsgründung und der PLO auseinandergesetzt und besprochen, welche Wichtigkeit der Holocaust im Konflikt hier hat.
Interessant war es auch zu sehen, was andere deutsche Volontäre an die Levante treibt. Und ja, es gibt Leute die hier sühnen und versuchen sich von einer historischen Schuld reinzuwaschen.
Und ja es gibt Leute, die tatsächlich Gott näher kommen wollen...
Aber es gibt auch Menschen, die in den okkupierten Gebieten helfen, und mit den täglichen Schikanen am Checkpoint, fehlendem Heißwasser und mangelnder Internetverbindung auskommen müssen.
Wasserrohrbruch
Ein Wasserrohrbruch im Wohnzimmer ist in der Tat erwähnenswert; Ist man allein in der WG ist (aufgrund der temporären Behinderung) und kein Telephon hat.
Und die einzigen Helfer der verrückte Nachbar von neben an ist, (der der immer unzusammenhängendes Zeuch schreit), und die böse Alte, die mir kein Telephon borgen wollte.
Das Ende der Geschichte kann ich noch nicht erzählen, aber unser Nachbar hat nun kein Wasser mehr und wir einen mittlerweile relativ trockenen Boden...
Doch wie geht es Deutschland? Georg Kreisler ist tot. Ähnlich wie die FDP, doch leider muss das Schicksal noch einmal die Weichen Richtung Untergang stellen und Guttenberg traut sich wieder ins Sonnenlicht. Das schmerzt.
Doch nun soll es genug sein. Nächste Woche Sonntag ist mein 20. Geburtstag, was beunruhigend genug ist.
Alles Gute zu euch, und bleibt tapfer!
Sonntag, 23. Oktober 2011
Er ist frei!
Er ist frei! Gilad Schalit der über 5 ½ Jahre in palästinensischer Haft gesessen hatte ist frei. Eingetauscht gegen 1027 palästinensische Terroristen (das heißt ein Crossover aus Steinewerfer, Bombenleger und Zur-Falschen-Zeit-am-falschen-Ort). Das ist natürlich ein Grund zum Feiern, oder?!? Zwiegespalten sehen das die Israelis, zum einen sind sie natürlich dafür Kameradschaft und „No-man-left-behind“. Die andere Seite, die Menschen durch den Terror verloren haben, sind schwer dagegen und finden es unerträglich die Schuldigen in Freiheit zu wissen.
Aber da der israelische Staat seinem eigenen perversen Militarismus und dem verqueeren Netanjahu-System treu bleibt, wurde der arme Gilad in die Uniform gezwängt und den Kameras zum Fressen vorgeworfen. Werten will ich nun nicht, freuen wir uns einfach, dass jetzt viele Familien wieder zusammen sind. Wie versöhnlich...
Achja: Um zu illustrieren, dass dies ein wahrlich geschichtsträchtiger Tag war, lief in den Tel Aviver Discotheken „I´m Coming Home“ von Skylar Grey.
Nun noch eine Reader´s Digest Version meiner Woche:
Noch ein Friend-Geburtstag, eine Einladung nach Haifa (mit kostenloser Stadtführung vor Ort von einem Reiseführer, der Vater vom Geburtstagskind ist), noch ein Frühstücksgutschein aufgrund einer Attacke, sich jeden Tag über das Röcheln der FDP freuen, Jerusalem besucht, Shabbatdinner mit Wein & Gebet gehabt, einem Friend mit panischer Angst vor Tieren dazu gebracht eine Katze zu streicheln,Busticket verloren und sich wundern warum nach dem Feiern „Fuck the Occupation“ in arabisch auf meinem Arm stand.
Ja, die Levante ist völlig verrückt.
Nur das Schönste nach Deutschland,
Laila Tow
Johannes
Samstag, 15. Oktober 2011
Gay Bar
Diese Woche war natürlich wie immer actiongeladen und reich an Stoff für Gespräche, Bücher und Therapiestunden.
Aber ich möchte nun nicht so viel über die Arbeit erzählen, da wir diese Woche nur drei Tage arbeiten mussten, da wir durch die Sukkot-Feiertage frei hatten.
Und was macht man an so einem langen Wochenende? Na klar, man geht aus.
Also hinein ins bunte Leben Tel Avivs.
Dann ohne Eintritt zu bezahlen in den Breakfast Club, der leider anfangs so leer und aufregend war, wie man es sonst nur in deutschen Eckkneipen seit dem Rauchverbot kennt.
Aber da Geduld und Standfestigkeit bekanntermaßen die Tugenden meiner Kumpanen Matthias und Peter und eben auch mir sind, blieben wir bis auf weiteres in der dem Club angeschlossenen Kneipe. Da nach 45 Minuten immer noch die Stimmung auf deutschem Eckkneipenniveau war, entschlossen wir uns den Platz zu räumen und den verfrühten Heimweg anzutreten. Waren wir naiv.
Wir sind nämlich mitten in eine Party der Tel Aviver Schwulen- und Lesbenszene reingeschlittert.
Davon lassen wir uns natürlich nicht beirren und haben das gemacht, was man in Diskotheken eben macht: Tanzen. Und ja, ich wurde gefragt, ob ich straight (d.h. Hetero) bin, und ja ich wurde von Männern angetanzt. Aber von den hübschen.
An dem Abend haben wir sehr viele nette Menschen kennengelernt, die ganze Szene war sehr freundlich und hilfsbereit. Vor allem aber waren sie fröhlich und haben ausgelassen und unverkrampft das Leben gefeiert.
In Israel haben Homosexuelle keinen leichten Stand. Die Folgen des „Sich Outen“ sind hier weit schwerwiegender als beispielsweise in der Bundesrepublik.
Was nicht schwer vorzustellen ist, wenn man sich bewusst macht, dass dies eine kaum säkularisierte Gesellschaft ist, in der die Religion eine sehr hohe Rolle spielt. Dennoch ist Tel Aviv, weltweit eine Art homosexuelle Hochburg, was sehr vielen Menschen missfällt, die Tel deswegen auch das Tel-Aviv-land nennen. Und damit nicht nur Homosexuelle, sondern auch unkeusche Verhaltensweisen und die Missachtung des Shabbats einbeziehen.
Nächste Woche werden die Mitfreiwilligen Caspar und Ilka in der Nähe von Haifa besucht, was mit Sicherheit auch wieder viel Stoff für Gespräche, Bücher und Therapiestunden liefern wird.
Alles Gute nach Deutschland,
Lehitra´ot
Johannes
Samstag, 8. Oktober 2011
Jom Kippur
Jom Kippur oder der Stillstand eines Staates
Heute ist Jom Kippur, der höchste Feiertag der jüdischen Religion.
Dieses Jahr fällt der Tag der Versöhnung auf den 8. Oktober und mit dem Sonnenuntergang des Vortages beginnt eine 25-stündige Fastenzeit.
Und die hat es in sich! Es fahren keine Autos oder Busse auf den Straßen, es gibt kein Fernsehen oder Radio, die Grenzposten und Checkpoints sind geschlossen und der Flughafen hat den Betrieb eingestellt.
Es ist der Tag der Kinder: Den ganzen Tag, auch wenn ich diese Zeilen schreibe, hört man spielende Kinder mit ihren Interlineares und Fahrrädern die freien Straßen bevölkern.
Was jedoch nicht einschränkt wird, ist die Militärbereitschaft, da 1973 Syrien und Ägypten die Lähmung durch diesen Tag zu nutzten und Israel anzugreifen.
Heute ist der Abschluss der 10-tägigen Periode der Reue und Buße, das heißt nun kann wieder entspannt gesündigt werden.
Über meine Woche gibt es sonst leider nicht so viel zu erzählen, da ich mich (Matthias und Marisa ebenfalls) mit einem ausgewaschenen Magen-Darm-Virus infiziert habe und deswegen das Wochenende sehr harmlos ausgefallen ist. Schade eigentlich.
Aber versprochen, für die nächste Woche nehme ich mir wieder was spannendes vor.
Verhaftet werden, Straßenschlägerei, Konvertierung oder so.
So viele Möglichkeiten...
Ach Quatsch, natürlich nicht.
Aber: Photos sind nun endlich doch da! Hier rechts ist ein Button, der euch auf das Webalbum mit ein paar Photos bringt.
Alles erdenklich Gute nach Deutschland, ich geh jetzt schlafen.
Und wir haben erst halb Zehn.
Ich werde alt.
Johannes
Sonntag, 2. Oktober 2011
Today´s a day to celebrate
Ist es denn die Möglichkeit, schon wieder Sonntag...
Und natürlich wieder eine Menge zu erzählen, reden wir also erstmal nicht über die Arbeit, sondern über Ferien!
Ja wir hatten Ferien. Roshashanan heißt das zauberhafte Fest, das jüdische Sylvester.
Das wird aber nicht wie bei uns meißt laut und feucht-fröhlich begannen, sondern es ist sehr ruhig und besinnlich. Da uns diese Besinnlichkeit natürlich zusagt, sind wir erst einmal in den schönen Norden des Landes am Jordan gefahren, zum See Genazereth.
Doch sollen nun wirklich Bilder sprechen, ich will nur stichwortartig festhalten, was wir alles erlebt haben:
- Hitze
-zwischen der Zeltplane schlafen, ich Doof hab natürlich Isomatte UND Schlafsack vergessen
-Mücken
-betrunkene russische Familien (sehr nett diese Herrschaften)
-die schönsten Landschaften der Welt
-rauchende Kellner (also beim Servieren)
-ausbeuterische Nobelhotels, die sich als Pilgerherbergen tarnen
und den (Fast-) Gewinner des israelischen Pendant zu „Wer wird Millionär“, der sein Kibbuznik/Taxifahrer Leben nicht aufgeben will, sondern seiner Tochter die Universität und Wohnung bezahlen will
Ich denke die Photos sprechen ihre eigene Sprache.
Aber nun zur Arbeit: Auch wenn manches dramatisch klingt, ist es ein ganz hervorragendes Projekt!
Das Haus wurde in den 70ern (glaube ich) errichtet und ist das erste seiner Art in Israel.
Vorher wurden Behinderte, vor allen geistig Eingeschränkte in grässlichen Nervenkliniken gehalten und wurden entweder geschlagen oder mit Stromschlägern malträtiert.
Das Kfar ist also die Avantgarde in diesem Land, die Member werden auch nicht ohne Grund friends genannt: Man bemüht sich um ein Miteinander auf Augenhöhe, einen respektvollen und familiären Umgang, der aber eine Menge Spaß, Witze und Neckereien Raum bietet.
Die Guides, das heißt die Hauptamtlichen sind leider zum großen Teil ohne Ausbildung und werden miserabel (wirklich!) bezahlt. Es ist aber wunderbar zu sehen mit welcher Freude und mit welchem Enthusiasmus sie ihre Friends umsorgen.
Heute haben wir den Geburtstag eines Friends gefeiert. Und wie! Nach meiner regulären Schicht, sind das ganze Haus und alle Guides, die in dem Haus arbeiten mit den 8 anderen Hausbewohnern in den Stadtpark gefahren. Die Eltern nebst Schwester haben dann Cola, Falafel und Würstchen bereitgestellt und wir haben alle zusammen gegessen, getrunken und gelacht.
Das ist etwas, was ich nicht aus Deutschland kenne, dieses Miteinander, der Familien und Guides. Alle Friends, aus dem Haus des Geburtstagskind waren dabei, und die Eltern kannten alle namentlich und waren mit ihnen vertraut.
Im Laufe des Abends kamen sogar noch Guides, die schon seit Jahren nicht mehr im Kfar arbeiten, nur um für einige Zeit ihre Arbeitskollegen und Friends zu treffen.
Ich habe mich (bin ja gut erzogen...) bei den Eltern und der Schwester für die Einladung bedankt.
Der Dank wurde aber abgelehnt. Im Gegenteil: Hat man sich bei mir bedankt, dafür dass ich (und die anderen natürlich auch) mich um die Menschen kümmere, und sie in ihrem Alltag begleite.
So zum Schluss noch ne dufte Sache: Morgen ist Tag der deutschen Einheit, und da wir unsere alten nostalgisch-patriotischen Gefühle ausleben müssen, haben wir morgen frei.
Alles Liebe zu euch nach Deutschland,
Lechaim!
Donnerstag, 22. September 2011
Ignorance Killed The Reality Star
Was, schon wieder Wochenende?!?
Wie kann es sein, dass die Zeit hier vorbei rast und sich Schulstunden in Deutschland mit der Geschwindigkeit einer eher faulen Kontinentalverschiebung fortbewegt haben.
Ich bin jetzt drei Wochen an diesem verrückten Land, das unproportional viel Platz in den Medien beansprucht, verglichen mit der tatsächlichen Größe.
Back to the work:
Die Arbeit läuft immer besser, die Friends bauen schon ein richtiges Vertrauen zu mir auf, und ich habe schon oft Teile der Gruppe allein betreut. Ohne verprügelt zu werden...
Ich spare mir jetzt minutiös geschilderte Tagesberichte, möchte euch aber an einigen Anekdoten teilhaben lassen.
Die Musch-Musch-Affären:
(Der geänderte Name ist zugegebenermaßen blöd, aber der echte ist auch nicht besser.)
Musch-Musch ist sowohl in meinem Haus, als auch in meiner Tagesgruppe. Er sieht harmlos aus, ein bisschen wie ein Büroarbeiter, der seinen Anschlussbus verpasst hat. Eben jener hat eine ganz possierliche Art, er stottert und lallt, ein bisschen wie ein bettelndes Kleinkind.
Aber das ist er nicht. Leider. Musch-Musch, der gerne Mal Küsschen gibt, hat eine aggressive Ader. Am Nachmittag, ich war nicht mehr da, den Auslöser kenne ich also nicht, sah sich Musch-Musch in die Notwendigkeit versetzt sein Zimmer zu zerstören, und dabei auch das Klo herauszureißen...
Einmal, in meiner Anwesenheit hat er aus Protest auf den Boden gekotet, und einmal fröhlich zum Start in den Morgen springflutartig seinen Mageninhalt herausgekotzt.
Aber abgesehen davon ist er wirklich herzallerliebst, hätte er nicht diese unangenehme Angewohnheit als Morgenritual in sein Zimmer zu pinkeln.
Na ja, jetzt, wo er eh keine Toilette mehr hat, kann man ihm das auch nicht so recht übelnehmen.
Die Lulu-Chroniken:
Dieser Friend spottet jeder Beschreibung. Optisch sieht er ein wenig aus wie mein ehemaliger Chemielehrer, den ich sehr schätze. Stellen wir uns diesen Mann nun nach 20 Jahren Kokainsucht, und einem Fetisch für Fett vor. Das grässliche Bild was sich nun bietet ist noch fern der Realität, aber immerhin. Lulu ist um die 60 Jahre alt, dick, haarig und sehr sehr eigen. Als Kind lernte er von seiner Mutter sich auf Kissen zu entleeren, warum auch immer... das tut er nun nicht mehr, nicht mehr so oft, ist aber von Körperhygiene nicht sehr begeistert. Wirklich nicht. Da ich meistens am Morgen der erste bin der das Haus betritt und die Nachtschicht ablöst, kommt mir die Aufgabe zuteil Lulu zu duschen, da er mich freudestrahlend und nackt begrüßt. Und das ist wirklich nicht so prickelnd. Aber was will man machen, es ist schlimmer alte Männer zu riechen, als sie schnell zu duschen.
Doch wir haben ein gutes Verhältnis zueinander: „He is an old, pervert, rumanian bastrerd. If he would not be an authistic, he would do terrible things to little boys!“, so einer der Guides
Jetzt hat das Wochenende begonnen, gleich fahren wir auf eine Hausparty und morgen feiern wir am Strand in Hannah´s Geburtstag rein, es reicht also für heute.
Man muss ja nicht immer alles auf einmal erzählen.
Doch um einmal zu versuchen die Quintessenz meiner Woche herauszubilden:
„Tarim michnaßáim!“
-Zieh deine Hose hoch!
Freitag, 16. September 2011
Samstag ist Selbstmord
Die zweite Woche ist vorbei und die Schläfrigkeit des Shabbats fängt auch an durch die Straßen der Stadt zu schleichen.
Doch war es erneut eine enorm ereignisreiche Woche!
Fangen wir mit etwas weniger erfreulichen an: Ich hab ordentlich einen vor den Latz bekommen!
Jasch (ich werde nie den Originalnamen eines Friends nennen) fühlte mich am Dienstag durch meine Anwesenheit so stark in seiner Lebensqualität eingeschränkt, dass er es für eine gute Idee hielt mir mit voller Kraft auf den Rücken zu schlagen.
Ja, es tat sehr weh; War aber alles in allem nicht so dramatisch.
„This was not the first time, and not the last time, that some one hits me“
Nu ja, als Trost bekam ich vom Projekt einen Frühstücksgutschein geschenkt. Hat alles immer seine zwei Seiten...
Aber Gewalt ist etwas alltägliches in der Arbeit mit vielen Behinderten, und nicht das Schlimmste.
Ich persönlich empfinde die Gewalt nach außen (die wirklich nicht sehr häufig aufkommt) weniger verstörend, als Autoaggression: Wenn man etwas draufbekommt, dann ist das eben so, aber viel unerträglicher ist der Anblick eines Menschen, der sich nicht davon abbringen lassen will, den Schädel mit solcher Wucht gegen die Wand zu schlagen bis die Haut aufplatzt und er zu bluten anfängt.
Nach diesem unangenehmen, aber tatsächlich existierenden Teil meiner Arbeit nun ein Ausflug in meinen Arbeitsalltag:
5:45 Uhr: Fluchen, Aufstehen und duschen. Lecker Kaffee mit Instandpulver trinken. Gott wie ich mich schäme...
6:30 Uhr: Bus erwischen und hinsetzten. Die Gegend betrachten und versuchen nicht die ganze Zeit böse zu gucken.
6:55 Uhr: Aus dem Bus aussteigen, Zigarette anzünden und zum Projekt gehen.
7:00 Uhr: Mit der eigenen, ganz persönlichen ID-Card einchecken, voll arbeitnehmermäßig, und dann in mein Haus gehen.
In meinem Haus, dass heißt ein Bereich des Gebäudekomplexes, kein eigenes Haus leben insgesamt
9 Friends. An anderer Stelle werde ich sie näher beschreiben. Meine erste Aufgabe ist es, die verpennte Kraft der Nachtschicht abzulösen, und beginne die Friends fertig zu machen. Je nach Selbständigkeit des Bewohners reicht es, diesen zu wecken und beim Ankleiden zu helfen. Andere muss man duschen und regelrecht dazu zwingen dieses Grundmaß an Körperhygiene über sich ergehen zu lassen. Ein Guide, d. h. ein Festangestellter macht in der Zwischenzeit das Frühstück fertig, oder auch ich, am wechselt sich da ab.
Unterlegt wird das ganze von schöner Punkmusik oder brummenden Elektrobässen.
Wenn die Friends gegessen haben, und man verhindert hat, dass sie sich gegenseitig das Essen streitig machen haben die Bewohner noch Zeit sich in Ruhe in ihren Zimmern aufzuhalten oder Sitcoms auf Englisch, wahlweise hebräische Werbung im Fernsehen zu gucken.
9:00 Uhr: Nachdem nun die Friends gewaschen, gesättigt und mit lecker Medikamenten eingedeckt sind, werden sie in ihre festen Gruppen gebracht. In ihren Gruppen werden sie dann den Tag über betreut und und auf verschiedene Arten beschäftigt.
Die Aktionen in meiner Gruppe sind neben zwei kleinen Snacks ein Spaziergang mit kleinen Picknick, die Geschichtsstunde und der Swimmingpool.
Das Picknick:
Nachdem die Friends mit Sonnencreme und hübschen bunten Kappen eingedeckt sind gehen wir los. Der Weg führt aus dem Gelände heraus durch ein Green village (eine Art Mischung Schrebergartensiedlung und Kibbuz) zu einem Platz auf dem zwei, drei Bäumchen gnädig Schatten spenden. Eine Decke wird ausgelegt, Orangen geschält und Pflaumen verteilt. Dazu eine Tasse gewürztes Wasser. Man muss übrigens aufpassen, unsere Friends haben ein großes Freiheitsbedürfnis und sind Verfechter der Freizügigkeit. Man muss sich also in Acht nehmen nicht hinterrücks angepinkelt zu werden. Hätte ich das mal vorher gewusst...
Und dann zurück zum Projekt, und immer schön aufpassen, dass keine Zigarettenstummel gegessen werden!
Der Pool:
Jeden Tag darf eine kleine erlesene Anzahl meiner Friends in den Pool steigen und sich am Wasser erfreuen. Um von vorneherein klarzustellen: Der Pool ist nicht erfrischend kühl, er ist körperwarm und so stark gechlort, dass man bei einmaligen Untertauchen Gefahr läuft zu erblinden.
Doch die Friends haben ihren Spaß und spielen z.T. sehr vergnügt mit den Wasserbällen oder mit sich selbst. Dann duschen und zurück in den Gruppenraum.
14:00 Uhr: Die Arbeit in der Gruppe ist beendet und ich gehe zurück zum Haus hoch um den Friends das Mittagessen zu servieren.
15:00 Uhr: Ende des Tages, auschecken „still arbeitnehmerlike“, und zur Bushaltestelle sprinten um die 24 zu kriegen.
Die Arbeit im Kfar Ofarim ist sehr anstrengend und oft auch nervenzehrend, aber dennoch sehr erfüllend und witzig, so schräg das klingt.
Das war es soweit von mir, hoffe es geht euch allen gut und ihr genießt das Wetter.
Wie ich mich nach Regen sehne... Als ob!
Shabbat Shalom,
euer Johannes
Donnerstag, 8. September 2011
Yes, we´ll finish this job!
„I´m so happy, coz today I found my friends“
So singt es Kurt Cobain, und damit hat er recht.
Heute geht die erste Woche zu Ende und ich sehe mich endlich in der Lage diesen duften Blog mit einem netten Beitrag zu kandieren.
Die erste Woche war ereignisreich. Sie war anstrengend, verstörend, laut, stinkend, heiß, abenteuerlich und echt abgefuckt.
Und ich war selten so zufrieden.
Am Sonntag (in Israel der Montag, Schabbat und so) begann unser Tag sehr entspannt: Um 9 Uhr trafen wir uns mit Osnat, der Verantwortlichen für die Volontäre im Kfar Ofarim und bekamen erstmal Kaffee angeboten. Guter Start.
Nach einer kleinen Führung durch das Gebäude und einer „brief history of the Kfar“ endete unser erster Arbeitstag auch schon.
Der zweite begann um 5: 45 Uhr mit dem Aufstehen. Dann den Bus erwischen und los!
Es ist so: Wir vier deutschen Volontäre der EKIR wurden alle jeden Tag verteilt in verschiedende Gruppen geschickt, um zu sehen, wie wir auf die Friends ( d.h. die Bewohner/Kunden/Klienten) reagieren und umgekehrt.
Ich spare mir jetzt die genauen Beschreibungen der Gruppen, Friends und Guides, denn manches muss man einfach selbst gesehen haben. Oder gerochen. Es werden im Grunde alle Sinne angesprochen bei der Arbeit.
Ich möchte an dieser Stelle einmal entschieden der internationalen Musikindustrie und den Machern von Southpark danken, die mir Englisch beigebracht haben. Die Schule war es nämlich nicht!
Denn ohne Englisch ist Kommunikation im Grunde nicht möglich, wenn man kein Ivrit kann.
Oder Esperanto, aber wer kann das denn schon...
Aber die meisten Israelis können Englisch „more or less“, was echt klasse ist.
Ich werde nun für ein Jahr in einer Gruppe arbeiten, die neben der von Matthias die wohl härteste im Kfar ist. „Watch your back!“, warnte mich Kenan der Gruppenleiter. Kenan ist echt klasse, spricht ein hervorragendes Englisch und sieht weniger wie ein Israeli, mehr wie ein glatzköpfiger Wikinger aus. Hammer Kerl.
Die 7 Friends der Gruppe werden ein anderes Mal beschrieben, wir wollen ja nicht unnötig vorgreifen, oder?!?
Die Arbeit wird im Kern daraus bestehen mit den Friends zu essen, sie zu beschäftigen, sie im Pool zu betreuen und auf Picknick-Ausflüge zu begleiten. Details folgen.
Die Guides, das heißt die Gruppenleiter sind (fast) alle sehr nett, zuvorkommend und auf eine gewisse Weise durch. Im positiven Sinne.
Einer der cooleren, ein jüdisch-britischer Punk, der seit 4 Monaten in Israel lebt, hat mich kurzerhand auf eine Party in Tel Aviv eingeladen.
Guter Start finde ich.
Oha, jetzt hätte ich fast den intellektuellen Anspruch vergessen, den ich ja hier vertrete.
„Die Levante ist voller Mikroben“ - Amos Oz
Samstag, 3. September 2011
Sitting, Waiting, Wishing oder Feiern in Tel Aviv
Busfahren in Israel, Taxi bestellen in Tel Aviv, Feiern in Jaffa.
Darüber werde ich heute nicht berichten.
Es ist Shabbat, also weg vom PC und kümmert euch um eure Lieben.
Johannes
Darüber werde ich heute nicht berichten.
Es ist Shabbat, also weg vom PC und kümmert euch um eure Lieben.
Johannes
Donnerstag, 1. September 2011
Ankommen für Fortgeschrittene
„Es kommt nicht auf den Anfang einer Geschichte an, auch nicht auf das Ende. Es geht um das Dazwischen.“
Schade eigentlich. War der Anfang in Israel doch so vielversprechend und abenteuerlich.
Ankunft und Abfertigung in Frankfurt waren ebenso problemlos wie unerwähnenswert.
Doch sei hier noch einmal der Sinn für pathetische Theatralik meiner Brüder genannt, der vor Kreativität und Romantik nur so strotzt.:)
Nun denn, es ging also in den Flieger und ich verschone euch jetzt mit Einzelheiten von Bordkost, Luftlöchern und Entertainmentprogramm.
Schön ist, dass ich jetzt schon die Visitenkarte meiner jungen, sehr freundlichen israelischen Sitznachbarin bekommen habe: „If you got problems, or something is getting shitty, call me“
Dann war er da, der Flughafen Tel Aviv: Ben Gurion. Da es bis jetzt zu problemlos verlief, musste es nun natürlich knüppeldicke kommen:
Zuerst verlor sich unsere Gruppe von insg. 8 Freiwilligen in zwei Grüppchen.
Dann waren die Sicherheitsbeamten nicht so ganz mit unseren Papieren einverstanden.
Also ab in die Verhörkammer, in Ketten gelegt, geknebelt und gefoltert.
Na ja, eigentlich kamen die Beamten nach desinteressierten Betrachten eines offiziellen Schreibens zu dem Entschluss, dass wir keine verfassungsfeindlichen Lumpen waren konnten wir auch ohne weitere Umstände den Flughafen verlassen.
Dann wurden wir abgeholt, von der äußerst netten Osnat, die verantwortlich ist für die Volontäre in den verschiedenen Projekten. Dann ab in den Sprinter und durch das nächtliche Tel Aviv (so um halb 5).
Ich spare mir jetzt erneut Beschreibungen, denn das sollen Photos machen (die hoffentlich auch bald folgen ...)
Zwei Mädels unserer Gruppe wurden einen Stadtteil (Peith Tikwa) von uns entfernt einquartiert. Es hieß, man würde sie erwarten, doch das war nicht der Fall: Auch nach mehrmaligen Klingeln wurde die Tür nicht geöffnet, und dann kam der israelian way of life zum Vorschein: Unser Fahrer nahm kurzerhand seine Kreditkarte und öffnete die Tür auf diese unkonventionelle Art.
Wir sollten eigentlich auch erwartet werden, doch überraschten die drei Mädels im Schlaf.
Nach so einem sympathischen ersten Eindruck erfuhren wir, dass diese drei, Anfang zwanzig Sozialarbeit studieren und das Land schon Ende diesen Monats wieder verlassen werden.
Ja, was denn noch?
Es ist heiß, Tomaten sind billig, es ist heiß, Bier ist teuer (7, 45 Schekel !!! [viel Spaß beim Umrechnen]), es ist heiß, Ortodoxe teilen sich die Straße mit unverschämt hübschen Soldatinnen und es ist heiß.
Am Sonntag beginnt mein erster Arbeitstag, ich bin gespannt und freue mich.
Bis zum nächsten Mal,
Johannes
Mittwoch, 31. August 2011
Shalom!
Herzlich Willkommen!
Ach Quatsch:
Shalom!
Freut mich, dass Ihr meinen Blog lest.
Ich werde versuchen diesen Blog, die Kommunikationsavantgarde gut zu pflegen, und regelmäßig zu aktualisieren.
Meine Posts könnt Ihr alle nach eigenen Gutdünken kommentieren, ich freue mich darauf!
Ein Jahr Israel?
Was nimmt man dahin mit? Ajona Zahncreme, Hemden, Sonnenbrille und Schlüpper?!?
Die Frage ist weniger was man mitnehmen kann, als was man nicht mitnehmen kann. Was man zu Hause lassen muss: Familie, Freunde, Nachbarn und Bekannte. Bücher, Bett und TV.
In den letzten Tagen wurde mir immer mehr bewusst, was ich an meiner Familie und meinen Freunden habe. Und auch wenn es weh tut, diese alle zu verlassen, freue ich mich dennoch auf mein Jahr in Israel.
Die letzten Wochen waren sehr intensiv. Eine Menge Verabschiedungen, Begegnungen mit spannenden Menschen auf meinem Seminar und eine Überraschungsparty, die ich wirklich nicht kommen sah.
Jetzt kommt ein Jahr Kfar Ofarim, Ramat Hasharon. Ein Jahr Arbeit mit Autisten.
Die Tasche ist (fast) fertig gepackt und mehrere Liter Kaffee konsumiert worden. Das ist wahrscheinlich auch der Grund für die leicht wirren Zeilen, die ich hier schreibe.
Ich freue mich nun, auf das Jahr, die Arbeit, die Erfahrungen und die Begegnungen.
Und ehe ich zu sentimental werde, ich sehe schon, wie es beginnt, noch einmal ein dickes Dankeschön, an alle die mich unterstützt haben.
Bis Bald,
Euer Johannes
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